Clarence Clemons- The Story of a „Big Man“

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Clarence Clemons – The Story of a „Big Man“

„When the change was made uptown

And the Big Man joined the band

From the coastline to the city

All the little pretties raise their hands“

(Bruce Springsteen, „Tenth Avenue Freeze-Out“)

Wer kennt nicht diese Anspielung und zugleich eine tiefe Verneigung von Bruce Springsteen, während des Songs „Tenth Avenue Freeze-out“ von dem Album „Born to run“ aus dem Jahre 1975, auf Publikumsliebling Clarence Clemons? Aber wer ist dieser „Big Man“, was waren seine Einflüsse und warum ist er so beliebt bei den Fans? In dieser Kurzgeschichte wird das Bild „Clarence Clemons“ genauer unter die Lupe genommen. Und man erhält einen kleinen Einblick in die Schaffenszeit eines der Lichtgestalten der Rockmusik unserer Zeit…The Story of a „big Man“…

Am 11. Januar 1942 wurde Clarence Clemons, Sohn einer Baptistenfamilie, in Northfolk, Virginia geboren. Zur damaligen Zeit war die Rockmusik im Hause Clemons als „Teufelsmusik“ verschrien. Und aus diesem Grunde schenkten seine Eltern ihm im Alter von nur 6 Jahren ein Saxophon, denn Gitarrenspiel wurde in der streng gläubigen Familie verpönt. Anders als bei den anderen Mitgliedern der E Street Band, wurde Clemons schon sehr früh beeinflusst von der Gospelmusik wie den Coasters, Otis Redding, den Saxophonisten King Curtis, Junior Walker und Boots Randolph. Neben der Leidenschaft zum Saxophonspiel setzte er auch einige sportliche Akzente. An der University of Maryland Eastern Shore spielte er erfolgreich Football. Doch aus gesundheitlichen Gründen musste seine frühe Karriere als Footballspieler an den Nagel gehängt werden. In einem späteren Interview sagte er:

(Originalton)

„I majored in football, but I always had my sax in the car, looking for what I really wanted to do…..I wanted to play music.“

Und so entschied sich Clemons für die Musik, in der er aus dem vollem schöpfen konnte. Und diese Entscheidung war, wie sich später herausstellen sollte, die Richtige und zugleich läutete sie die große Wende in seinem Leben ein. Wie schon bereits anfangs erwähnt, lagen Clemons´Wurzeln in der Gospelmusik. Und mit seinem King Curtis-Stil, machte er sich schnell einen Namen. 1964 stieß er zu einer Band namens „The Vibratones“ die im gleichen Jahr eine Single veröffentlichten. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Trotz eines sichtlichen Flops, ließ Clarence sich nicht von seinem Weg abbringen und spielte nebenbei in anderen Bands Saxophon.

Die erste Begegnung mit einem Mitglied der späteren, legendären E Street Band, machte Clarence Clemons bereits 1967, als er mit Gary Tallent in einer Band namens „The Little Melvin and The Invaders“ spielte. Der große Erfolg blieb jedoch aus und man sah Clemons erneut in ein paar Bands spielen u.a. in der „Norman Seldin and The Joyful Noyze“ Band. Aber irgendwie war es nicht das wonach er suchte. Sicherlich waren es alle recht gute Musiker und man hatte bei ein paar Auftritten seinen Spaß und nebenbei ein paar Dollar verdient. Doch Clemons wollte die Musik nicht nur einfach spielen, er wollte sie fühlen. Und so geschah es, dass er 1972 eine Begegnung hatte, die alles in seinem bisherigen Leben veränderte. Er traf in einem kleinen verrauchten Club auf…..Bruce Springsteen!

Clemons selbst sagte in so vielen Interviews, das DIESE Begegnung sein Leben verändert hatte. Als er den Club betrat sah er auf der Bühne einen schmächtigen Mann stehen, der Rockmusik nicht nur spielte sondern auch fühlte. Dieser Mann hatte ein Gespür dafür, was das Publikum brauchte. Der Funke sprang noch während des Betretens auf Clemons über. Und diese Begegnung sollte später Rockgeschichte schreiben und Futter für viele Legenden werden.

Die unglaubliche Intensität, mit der Bruce Springsteen den Hünen Clemons traf, war genau das wonach er so lange gesucht hatte. Und mit frühen Klassikern wie „Born to run“, „Rosalita“,„Spirit in the night“, „Thunder Road“, „Jungleland“ konnte Clemons sein ganzes Können unter Beweis stellen. Und das tat er mit soviel Herz und Leidenschaft, das es bei jedem Konzertauftritt der Band, einem eine Gänsehaut bescherte. Für viele Fans und besonders auch für mich ist „Jungleland“ die ultimative Clarence Clemons-Hymne. Man kann es mit Worten kaum beschreiben, was es für ein Gefühl ist wenn der „Big Man“ zur Kanne greift und mit Leidenschaft ein Saxophonsolo hinlegt, das es einem die Tränen in die Augen treibt.

Auf dem Album ist der Song schon sehr intensiv, doch wenn er an einem speziellen Abend in irgendeiner Arena auf der Welt gespielt wird, dann wird es still und 20.000 Fans halten den Atem an. Man wird mitgenommen in einer endlosen Reise von Emotionen, wobei das Saxophon als Schiff dient, und uns sicher über den großen Fluss wiegt, um das „Land of hope and dreams“ zu erreichen. Ich habe „Jungleland“ schon mehrmals bei Konzerten in Europa gesehen, und jedes Mal halte ich den Atem an wenn Roy Bittan zu Beginn des Songs mit dem Piano den Weg bereitet und uns Fans mitnimmt, in einer niemals endend wollenden Odyssee aus Leidenschaft und Kraft.

Egal ob man in einer Arena ist oder in einem Stadion, „Jungleland“ ist das Highlight eines Konzertes. Und wenn „Meeting across the river“ zur Einleitung gespielt wird, weis man das die Odyssee begonnen hat und in einem nie enden wollendem Saxophonsolo zum späteren „Jungleland“ enden wird. Über „Jungleland“ könnte man allein schon ein Buch schreiben oder ein abendfüllenden Film drehen. Doch über diesen Song gibt es so viele Legenden, das man gar nicht weis, über welche man berichten sollte. Doch eine Geschichte ist es wert, das man über sie redet:

Bei einem Konzert in den U.S.A. wurde ein weiblicher Fan interviewt. In diesem Interview ging es darum, wie sie zu der Musik der E Street Band stehe und wer ihr Bandliebling ist neben Bruce Springsteen. Daraufhin antwortete sie: „Clarence Clemons“. Im Verlaufe des kurzen Interviews erzählte sie von dem Song, der ihr Leben veränderte…“Jungleland“. Sie berichtete darüber, dass das Saxophonsolo von Clarence Clemons ihr ein neuen Lebenswillen und Lebensinhalt gegeben hat.

Sicherlich lässt sich aus jeder Fan-Geschichte eine Legende basteln. Doch hinter diesen Worten des Fans, steckt viel mehr als nur Bewunderung und Ergebenheit. Es sind genau die Worte, die Bruce Springsteen in seinen Songs benutzt um uns von dem Alltag ein Stück weg zu bringen. Um längst vergessene Träume war werden zu lassen, muss man die Musik fühlen tief in seinem Herzen. Und „Jungleland“ ist sicherlich ein Song, der alles beinhaltet was den guten alten Rock´n Roll ausmacht…Leidenschaft und grenzenlose Hingabe! Dass Leidenschaft und grenzenlose Hingabe nicht nur in 4-Minuten Songs abgehandelt werden können, zeigen die spektakulären Bühnenauftritte von Bruce Springsteen und Clarence Clemons während eines Konzertes. Bei den Studioaufnahmen zu den jeweiligen Alben, spürte man schon die Kraft die von beiden Musikern aus geht. Doch diese Kraft wurde erst bei Konzerten so richtig entfesselt. Die legendären 3 ½ bis 4 Stunden Konzerte während der „Darkness on the edge of town“ und der „The River“ Tour, waren nur Vorboten auf das was sich Mitte der ´80er Jahre ereignen sollte.

Das Duo Springsteen/Clemons war die treibende Kraft während der ganzen Konzerte. Keine Frage, hat jedes Bandmitglied einen besonderen Part in der Band ausgefüllt und hier und da auch glanzvolle Momente. Doch wenn der „Boss“ und sein „Big Man“ auf der Bühne stehen, spürt man die Energie die von beiden ausgeht. Clarence der auf der Bühne den hünenhaften Generator spielt und Bruce, der als Funke fungiert um die Fans zu elektrisieren. Und dieser Funke springt sofort über, sobald beide sich ansehen oder auch nur berühren. In den genannten Marathon-Shows der späten ´70er und frühen ´80er Jahre war es „Magie“, die beide Musiker bis an die Grenzen ihrer Kraft trug. Und das Abend für Abend. Clarence hatte endgültig das gefunden wonach er gesucht hatte. Nicht umsonst wird die E Street Band als eine der leidenschaftlichsten Formationen der Musikwelt bezeichnet.

Der legendäre Auftritt am 31.12.1980 im Nassau Coliseum zu Uniondale, N.Y. sollte eines der Highlights sein, in der E Street Band Geschichte. Es war ein denkwürdiger Silvesterabend für 15.000 Fans und zugleich einer der längsten Shows die die Band jemals gespielt hatte. „Ein Konzert für die Geschichte“ so betitelte damals die New York Times den Aufritt, in der die Band 4 Stunden alles gab und die Fans in Ekstase getrieben wurden. Legendär waren die letzten Minuten vor Jahreswechsel. Die Band schaute pausenlos auf die Uhr und versuchte die letzten Minuten zu überdrücken, indem sie ein paar kurze Songs spielte.

„Held up without a gun“ machte den Anfang. Der unveröffentlichte Song, wurde in guter Ramones-Manier in knapp 2 Minuten runtergespielt. Dennoch waren es immer noch wenige Minuten bis zum Neujahrsfest. Immer wieder hörte man Bruce, der die Band und das Publikum fragte wie spät es nun wäre. Und so entschlossen sie sich „In the midnight hour“ zu spielen. Während des Songs bekam der „Boss“ die Information, dass es nur noch Sekunden waren bis zum neuen Jahr. Und so zählte die Band im Chorus von 15.000 Fans die noch verbleibenden Sekunden…Five…Four…Three…Two…One…Happy New Year !!!!!

Clarence griff erneut zu seinem Saxophon und spielte ein leidenschaftlich, instrumentales „Auld lang syne“, was im späteren Verlauf die Band begleitete. Doch ein Ende der Show war noch längst nicht in Sicht. „Rosalita“, „Santa Claus is comming to town“, „Detroit Medley“ und „Twist and Shout“ bildeten den Abschluss eines unvergesslichen Abends. Nach der bahnbrechenden „The River“ Tour, ging die Band und vor allem Bruce Springsteen eigene Pfade. Springsteen nahm das Album „Nebraska“ auf und Clarence Clemons begann eine Solokariere. Er gründete die Band „Clarence Clemons and The Red Bank Rockers“ und brachte das Album „Rescue“ auf den Markt. In dem auch Bruce Springsteen sein Gitarrenspiel beisteuerte zum Song „Savin´Up“. Leider war es nur eine kurze Zeit der Band. Denn bereits 1984 endete sie, als der Drummer der Red Bank Rockers Wells Kelly verstarb.

Die ´80er Jahre waren großartige Jahre der Musik. Während in Deutschland die „Neue Deutsche Welle“ rockte, waren es in den U.S.A. Madonna, Michael Jackson, Dire Straits und Cyndi Lauper die die Musikwelt aufrüttelten. Aber es sollten auch die Jahre der E Street Band werden, die durch eine unvergleichbare Hype zum Super-Rockstar-Status avancierten. Mit dem Album „Born in the U.S.A.“ rollte Bruce Springsteen einen schwarzen Fleck amerikanischer Kriegsgeschichte auf…..der Vietnamkrieg. Er ist wohl der missverstandenste Song der Musikgeschichte. Während Ronald Reagan und Walter Mondale um die Präsidentschaftswahl buhlten, wurde „Born in the U.S.A.“ als Vorhängeschild der Wahlen benutzt. Man nahm Springsteen als Galionsfigur und versuchte aufgrund seiner Pobularität Wählerstimmen zu bekommen. Am Ende gewann Reagan die Wahl. Doch das ließ einen Bruce Springsteen nicht unberührt, während der laufenden Born in the U.S.A.-Tour redete er über die Wahlen und darüber das sein Album als missverstanden angesehen wird.

Die Born in the U.S.A.-Tour war die bis dahin erfolgreichste Tour der E Street Band. Und gehört zudem auch zu den erfolgreichsten der Musikgeschichte. Die Anfangs gespielten Shows in den üblichen amerikanischen Arenen, uferten 1985 in Stadion-Exzesse aus die rund um den Erdball ein Millionen Publikum begeisterten. Die Konzerte waren Massenhysterien und der Run auf die Tickets nahm Dimensionen an, die bisher jede Vorstellungskraft sprengten und an die Tourneen der Rolling Stones erinnerten. Während der Show ging die Band bis an die Grenzen ihrer Kraft und aus den 3 ½ Stunden Shows wurden sehr oft 4 stündige Marathons, in denen das Rockevangelium gepredigt wurde.

„I´m just a prisoner of Rock´n Roll“ schrie der Mann aus New Jersey in jedes weite Rund der Arenen und Stadien dieser Welt. Und auch die Band war in unglaublicher Spiellaune. Allem voran Clarence Clemons, der schon vor dieser Tour bereits der Publikumsliebling schlechthin war, wurde auf dieser Tour als Saxophonikone gefeiert. Von Amerika über Europa, von Australien bis Japan wurde Rockmesse gehalten. Und jeder der im Publikum saß kannte seinen Spitznamen „Big Man“. Clemons war wirklich ein Big Man. Und die ausufernden Exzesse die auf der Bühne abgehalten wurden, zeigten einen sichtlichen Spaß der gesamten Band. Die entgegenströmende Euphorie, die der Band Abend für Abend entgegen gebracht wurde, schraubte das Rock-Thermometer immer höher.

Und Bruce zeigte Humor bei seinen Auftritten. Wie z.B. bei „GrowinÚp: Die Geschichte die während der Pause bei „Growin´Up“ erzählt wurde, war eine Mischung aus Slapstick und einstudierter Bühnenshow. Springsteen und Clemons avancierten zu Stan Laurel und Oliver Hardy (Bekannt als „Dick und Doof“). Sie saßen in einem Wagen hörten Musik. Und während der Fahrt kam ein Sturm auf. Zuerst flog das Dach vom Auto weg, alles was sich an dem Wagen befand, verflüchtigte sich in der Luft. Und schließlich ging das Radio auch noch aus. Also mussten sie aussteigen und zu Fuß weiter gehen. Und so betraten sie einen Wald. Das Publikum machte die unmöglichsten Geräusche während der gesamten Geschichte. Sei es bei dem Wind, den unheimlichen Geräuschen die tief aus dem Wald kamen oder dem „Jersey Devil“ der hier sein Unwesen trieb. Die Bühnenshow war perfekt. Zudem spielten ein paar Mitglieder der Bühnencrew Bäume und Landschaften. Selbst der verstorbene Terry Magovern, Springsteens Leibwächter und langjähriger Freund, hatte eine Rolle als Bären übernommen. Und dann kamen sie an einer Lichtung und sahen zwei Instrumente. Ein Saxophon und eine Gitarre. Auch hier zeigte es sich, dass Slapstick hervorragend einstudiert wurde. Bruce griff zuerst zum Saxophon und Clarence zur Fender. Doch beide bemerkten schnell, dass keine Töne heraus kamen. Als sie die Instrumente wechselten, und sich mit den Fingerspitzen berührten, explodierte die gesamte Band in „Growin´Up“. Jede Show war wie ein Schweizeruhrwerk und Clarence hatte seine großen Momente wenn er am Bühnenrand stand oder auf dem weitläufigen Laufsteg in einem Stadion in die Kanne blies. Das war Rock´n Roll pur gemischt mit einer unglaublichen Leidenschaft. Das Jahr 1984/´85 gehörte der E Street Band und die Konzerte waren im Minutentakt ausverkauft.

Als die Rekordbrechende Tournee am 02. Oktober im Memorial Coliseum von Los Angeles endete, waren es 85.000 Fans die in dem weitläufigen Olympiastadion der Band huldigten. Bereits zweimal zuvor hatten sie hier vor ausverkauftem Haus gespielt. Doch diesmal war es das letzte Mal und man hatte erneut die 4 Stunden Grenze erreicht. Bruce stand schweißnass gebadet vor einer Muhenden Herde, die euphorisch Bruuuce Bruuuce Bruuuce riefen und bedankte sich mit Worten, die jedem Fan ans Herz ging.

Mit „I´m the happiest man in the world“ und brandendem Applaus, schaute er zu Clarence und rief ihm zu „Hey Big Man, we forget someone“ und dann spielten sie zum Abschluss „Glory Days“. Ein sichtlich erfreuter Jon Landau betrat mit Gitarre die Bühne und die Band gab zum letzten Mal alles. Und dann war der Zauber vorbei. Noch einmal schauten sich die Bandmitglieder um, als würden sie es nicht fassen was während der letzten Monate auf sie einprasselte. Die aufgebrachte Herde gab Standing Ovations und wollte erneut eine Zugabe. Aber sie kamen nicht mehr auf die Bühne zurück. Die Kraft raubende Tournee zollte ihrem Tribut bei jedem Bandmitglied. Nach dieser Rekordtournee, wurde es still um die Band. Nils Lofgren ging allein mit seiner Band auf Tournee und die anderen Musiker gingen ihren Projekten nach. Auch Clarence Clemons ging seinen Projekten nach. Nachdem er 1984 das Album „The Chief“ veröffentlichte, war es jetzt an der Zeit 1986 „Hero“ auf den Markt zu werfen. Nebenbei sah man ihn hier und da mal bei Gastauftritten bei anderen Künstlern. Mit Jackson Brown sang er im Duett den Hit „You´re a friend of mine“. Aber auch für Aretha Franklin griff er zum Saxophon und spielte für sie bei „Freeway of love“ mit.

1987 war es dann wieder soweit. Bruce Springsteen trommelte seine Band zusammen und nahm „Tunnel of love“ auf. Doch zum entsetzen aller Fans weltweit, war es nicht der Hemdsärmlige, Stirnbandtragende Springsteen der da auf dem Cover erschien. Es war ein adrett gekleideter Gentleman im Anzug, der über eine verloren gegangene Liebe sang und sein trostloses Eheleben mit Starmodel Julianne Phillips, die er am 13.Mai 1985 geheiratet hatte, Luft verschaffte. Clarence Clemons Saxophon war auf keinem Song zu hören. Zum Leidtragen der eingeschworenen Springsteengemeinde. Jedoch wurde sein Einsatz auf der Tournee gefordert. Hier und da ließ Clarence seine Genialität aufblitzen. Doch seine neue Rolle in der Band, die mittlerweile Backround-Sängerin Patti Scialfa einnahm, war spärlich. Er selbst fühlte sich nicht wohl in seiner Haut, gab aber alles wenn er gefordert wurde.

Am 15. Oktober 1988 trat die Band im River Plate Stadion von Buenos Aires, Argentinien auf, um die letzte Show der Amnesty International Tour zu spielen. Dies war der letzte Auftritt der Band, die an diesem Tag vor 60.000 euphorischen Fans erneut alles gab. Die Genialität der Band und die grenzenlose Power in den einzelnen Songs, knüpften an diesem Abend an alte Zeiten an. Doch obwohl es ein überragender Auftritt war, löste der „Boss“ seine E Street Band im Oktober 1989 auf. Zum Entsetzen der Fangemeinde und für die Mitglieder. Am härtesten traf es den „Big Man“. Der war zu diesem Zeitpunkt mit Ringo Starr auf Tournee und erhielt von Springsteen persönlich einen Anruf. Clemons war am Boden zerstört. Die E Street Band war wie eine zweite Familie für ihn. Es war eine schwere Zeit die alle Musiker der Band durchmachten. Doch Clarence fand Trost in seiner Musik und arbeitet an einem neuen Album. Im gleichen Jahr brachte er das Album „A night with Mr. C“ auf den Musikmarkt. Er spielte hier und da als Saxophonist bei bekannten Künstlern. Während Bruce mit einer neuen Band auf Tour ging 1992/´93, trat Clarence als Gast bei Fernsehsendungen auf.

In den Amerikanischen Serien „Nash Bridges“, „The Wire“ sah man ihn in kurzen Rollen. Und sogar bei der weltbekannten Comic-Polit-Serie „The Simpsons“ lieh Clarence einer Figur seine Stimme. Erst 1995 trafen sich alle Bandmitglieder im Studio, um ein „Greatest Hits“ Album zu produzieren. Die Frage war, würde das alte Fieber erneut ausbrechen??? Und es brach aus!!! Im Studio wurden ein paar neue Songs aufgenommen und „This hard land“ erblühte im neuen Glanz. Clarence Clemons Genialität am Saxophon zeigte er bei dem wunderschönen „Secret Garden“. Während der Produktion feierte man Clarence Geburtstag und die Band gab ein paar Shows in kleine Clubs. Man nahm Video-Clips auf, u.a. ein Live Video zu „Murder incorporated“. Und das geniale „Blood Brothers“ schrieb Springsteen der Band auf den Leib. Ein wundervoller Song, der in verschiedenen Varianten eingespielt wurde. Trotz all der Euphorie gab es „noch“ keine erwartete Reunion.

Clarence Produktivität lies auch nicht nach den überraschenden Studioauftritten der E Street Band nach. 1995 brachte er „Peacemaker“ auf den Markt. Bruce Springsteen tourte derzeit als Solist durch die Lande und knüpfte mit „The Ghost of Tom Joad“ an „Nebraska“ an.

Am 02.September 1995 trat die E Street Band zu Gunsten der Einweihung des Rockmuseums in Cleveland vor 60.000 Fans auf. Es war ein kurzer aber denkwürdiger Gig, der gekrönt wurde mit dem Auftritt der Band, Jerry Lee Lewis, Chuck Berry und Rockbarde Bob Dylan. Doch danach wurde es wieder still um die Gerüchte einer möglichen Reunion. Clemons zog durch die Lande und nahm 1997 ein Album mit der japanischen Sängerin Aja Kim auf, was den Titel „Get it on-Aja and The Big Man“ trug. Dieses Album ist allerdings nur als Import aus Japan erhältlich.

1998 produzierte Springsteen ein Sammelsurium von alten Songs und brachte „Tracks“ am 10. November auf dem Markt. Ein Pappschuber mit 4 CD´s die den früheren Bruce Springsteen unter Augenschein nahm. Aber das Jahr 1998 war auch ein Jahr des Schicksals. Am 26. April verstarb Douglas Springsteen im Alter von 73 Jahren. Im gleichen Jahr trat der Boss allein zu Gunsten der Amnesty International am 10. Dezember im Omnisports Bercy auf und spielte ein paar Akustiksongs. Peter Gabriel und Tracy Chapman waren u.a. mit von der Partie und sangen „Get up stand up“

Das folgende Jahr war das Jahr der großen Wende. Die E Street Band wurd am 15. März 1999 in der „Rock´n Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Die Laudatio hielt kein geringerer als Bono von der Irischen Rockband U2. Bono ebenfalls ein großer Verehrer Springsteen´s, hielt eine leidenschaftliche Laudatio und verneigte sich vor der leidenschaftlichsten Rockband der Welt. Der anschließende Auftritt und die Laudatio des Bosses über seine Bandmitglieder waren ergreifend. Vor allem als Clarence Clemons mit Worten bedacht wurde, zeigte wie sehr verbunden Bruce mit seinem „Big Man“ ist.

Und dann war es soweit, am 09.April 1999 fiel der Startschuss der Reunion-Tournee im restlos ausverkauften Palau Sant Jordi zu Barcelona. 21.800 Fans feierten euphorisch die Rückkehr und sahen eine E Street Band, die im neuen Glanz erstrahlte und an alte Zeiten anknüpfte. Clarence Clemons setzte Glanzpunkte während seines Saxophoneinsatzes und die Tournee war in Rekordzeit ausverkauft. Sie endete am 01. Juli 2000 nach einer Rekordbrechenden Konzertserie im legendären Madison Square Garden. 10 spektakuläre Shows wurden zum Besten gegeben und am Ende stand eine sichtlich zu Tränen gerührte E Street Band am Bühnenrand des Gardens und hielt sich zu „Blood Brother“ an den Händen. Die spätere DVD der Tour zeigte einen Zusammenschnitt der Konzerte und zeigte das die Band immer noch Nummer 1 in der Rockwelt war.

In den darauf folgenden Jahren, arbeitet die Band enger zusammen als denn je. Mit dem drei Grammies honorierten „The Rising“ wurde die Genialität eines Springsteens und dem der E Street Band, erneut unter Beweis gestellt. Das aufrüttelnde Album was direkt nach dem tragischen Attentat auf die World Trade Center verübt wurde, spendete Millionen Amerikanern Trost und schlug selber ein wie eine Bombe. Die Tour führte die Band wie in alten Zeiten durch Stadien. Und auch Australien und Neuseeland wurden berockt. Man spielte an Orte die man vorher gar nicht bereist hatte. Mittlerweile als legendär bezeichnen kann man den Auftritt der Band im alten Fenway Park zu Boston. In diesem alten Baseballstadion der „Red Socks“, wurden einige der Besten Shows gespielt während der gesamten Tour. Für amerikanische Verhältnisse war es spektakulär, denn niemand hatte zuvor in diesem Stadion ein Konzert abgehalten. Aus diesem Grund wurde ein Fernsehteam losgeschickt, um eine Kurzdokumentation zu filmen, die den Bühnenaufbau dokumentieren sollte und Interviews der Road-Crew beinhaltete. Die Tour endete in New York mit drei Konzerten im hiesigen Shea Stadion. Das alt ehrwürdige Baseballstadion, in denen die Beatles in den ´60er Jahren bereits gespielt hatten, war dreimal hintereinander ausverkauft. Und zum Abschlusskonzert, lies sich Bob Dylan auf der Bühne als Gast blicken, der diesem Abend keinen großen Auftritt hatte und eher lustlos auf der Bühne stand.

Aber auch der „Big Man“ war während der Tour produktiv. Er veröffentlichte 2002 ein Live Album mit dem Titel „Live in Asbury Park-Vol. 1″. 2004 kam die Fortsetzung auf dem Markt und trug den eher schlichten Titel „Live in Asbury Park-Vol. 2″. Und Clarence erlangte einen neuen Spitznamen. Zu mindest ein Spitzname, den er von dem Guru Sri Chinmoy erhielt…..Mokshagun. Gesundheitlich ging es dem Hünen zwar ganz gut, immerhin war er mittlerweile über 60. Doch seine Probleme mit dem Rücken und der Hüfte, wurden immer schlimmer. Nach mehreren Operationen riet man ihm sich mehr zu schonen. Und auch wenn er bei den heutigen Konzerten teilweise auf einem Stuhl sitzt und nur dann aufsteht wenn sein Einsatz gefragt ist, ist der „Big Man“ immer noch der Publikumsliebling. Sein Saxophonspiel klingt reifer und virtuoser. Und wenn sein Auftritt bevor steht, wird sein Einsatz euphorisch umjubelt von den ergebenen Fans.

Fazit:

Clarence Clemons war in den ´60er Jahren ausgezogen um die Musik zu fühlen statt sie zu spielen. Was er fand war etwas, wonach er immer gesucht hatte. Eine Band die vor Kraft strotzt und jeden Abend für Abend, nur so vor Leidenschaft spielt, als gehe es um ihr Leben. Bruce Springsteen sagte einmal, wenn Du eine Rockshow erleben willst die Du nie vergessen willst, wenn Du aus dem Alltag fliehen willst, dann…ja dann bist Du bei uns richtig. Wir geben Dir die Garantie, dass Du diesen Abend in Deinem ganzen Leben nicht vergessen wirst. Löse Dein Ticket!!!!!

Abschließend möchte ich noch folgende Worte sagen…Mmmh…Ich glaube die besten Worte kann nur der „Boss“ finden. Und daher möchte ich Bruce zitieren, der den „Big Man“ nicht vor treffender beschreiben kann:

„When the change was made uptown

And the Big Man joined the band

From the coastline to the city

All the little pretties raise their hands“

 

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