Roy Bittan

Roy Bittan – A Story about the „E Street Professor“

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„And now the only man of the E Street Band with a Highschool Diploma.
He´s the secretary of intelligence,
He´s the Dean of the University of Musical Perversity,
Ladies and Gentleman, I´m proudly present… Professor Roy Bittan“

(Bruce Springsteen)

Roy Bittan wurde am 02.Juli 1949 in Rockaway Beach, New York geboren. Bereits als Kind begann er Akkordeon und Piano zu spielen. Seine Musikkarriere startete 1972 als Mitglied der Band „The Tracks“. Zusammen nahmen sie ein Album für die Plattenfirma Capitol auf. Etwa zur gleichen Zeit fing Bittan auch als Sessions-Musiker an und begeleitete verschiedene Musikgruppen. So z.B. spielte er auch auf zwei Alben für Louis Charles Robinson.

1974 las der junge Roy Bittan eine Anzeige in der hiesigen Zeitung seiner Heimatstadt: „Rockband sucht Keyboarder“. Die Anzeige wurde seiner zeit von Bruce Springsteen geschaltet. Er suchte dringend einen Keyboarder, da David Sancious aus der E Street Band ausstieg. Ein kurzes Vorspiel reichte schon aus. Roy spielte ein paar Songs von Jerry Lee Lewis am Piano und beeindruckte den jungen Springsteen so sehr, das er sich sofort für Bittan entschied. Und so kam es, dass Roy Bittan am 23. August 1974 den Vertrag als Keyboarder der E Street Band unterschrieb.

Nicht nur die schweißtreibenden Marathonshows der Band und die weltweit ausverkauften Tourneen, waren Bestandteile im Leben Bittans. Er, der unermüdliche Musiker und sogar Produzent, trug bei so vielen Bands seine Keyboarder- und Pianistengenialität bei. Neben dem Piano und Synthesizer, bediente Roy auch spielend Akkordeon und die unverkennbare Orgel des E Street Band Klangs. Seine Genialität am Piano und Keyboard wurde in der Musikwelt schnell zum Gespräch. Und Roy Bittan wurde als Sessions-Musiker u.a. von David Bowie, Jackson Browne, Tracy Chapman, Meat Loaf, Stevie Nicks, Bob Seger, Patti Smith, Jim Steinmann, Bonnie Tyler, Barbara Streisand, Dire Straits und Bon Jovi.

Hier nur ein kleiner Auszug in der Schaffensphase Roy Bittans:

1977 gab Bittan seinen musikalischen Einstand bei Meat Loaf. Er spielte sämtliche Keyboards und das Piano während der Aufnahmen zu „Bat out of hell“. 1980 wurde Bittan als Pianist für die Dire Straits Produktion „Making Movies“ beordert. 1982 stieß ein anderer New Jersey Boy auf den Namen Roy Bittan: Bon Jovi. Roy wurde für die Demo-Aufnahmen des Songs „Runaway“ ins Studio geholt. Am Ende wurde „Runaway“ ein großer Erfolg für die Jersey Band Bon Jovi. Sogar für den Soundtrack des ´80er Jahre Kultfilms „Straßen in Flammen“ trug Roy Bittan bei. Mit Jim Steinmann zusammen, spielte er zwei Tracks ein.

Als die E Street Band 1989 aufgelöst wurde, traf es ihn genau so schwer wie all die anderen Mitglieder. Doch Roy blieb seinem Boss treu und folgte ihm Anfang 1990 ins Studio, wo sie an einer Solokarriere bastelten. So z.B. steuerte Bittan Texte zu den Songs „Roll of the dice“ und „Real world“ seinem Boss bei.Am 16.-17. November 1990 feierten die „Neuen“ Songs ihre Premiere bei dem Benefizkonzert zu Gunsten des Christic Institute, im jeweils ausverkauften Shrine Auditorium von Los Angeles. 6.500 Fans waren gekommen, um ihren Boss zu sehen und waren gespannt darauf, wie sich der Boss musikalisch nach der Trennung der E Street Band entwickelt hatte. Springsteen spielte an zwei Abenden alles in Akustik und begleitet die einzelnen Songs mit Gitarre oder Piano. Die „Neuen“ Songs kamen als Akustik-Version beim Publikum sehr gut an.

Nach dieser Session, ging der Boss mit Roy Bittan und einer völlig neu zusammen gewürfelten Band ins Studio und probte Aufnahmen für ein neues Studioalbum. 1992 ging der Boss auf den Pfaden der Rockband Guns´n Roses und brachte gleich zwei Alben auf dem Markt. „Human Touch“ und „Lucky Town“ waren die zwei neuen Werke, nach der Trennung der E Street Band. Und „Professor“ Roy Bittan war der einzig übrig gebliebene der ehemaligen Band. Das Album kam unterschiedlich beim Publikum an. Zum einen schrieben die Gazetten „The Boss is back“ und zum anderen musste sich der Boss Schmähschriften gefallen lassen von den Musikkritikern. Doch Bruce lies sich nicht beirren und ging auf eine ausgedehnte Welttournee, die bis Mitte 1993 lief. Sicherlich waren die Fan-Camps Springsteen´s gespalten und ein paar Konzerte nicht mehr ganz ausverkauft, doch immerhin gab die Band alles auf der Bühne. Das absolute Highlight der Tour waren die im Jahr 1992, 11 (!!!) restlos ausverkauften Shows in der Brendan Byrne Arena in East Rutherford, New Jersey. Aus der Sicht der treuen Fangemeinde waren es einige der besten Shows die Bruce je gab.

Ein Wiedersehen mit alten E Street Band Mitglieder gab es während der Tour auch. Und so kam es, das am 24.06.1993 in der Brendan Byrne Arena, East Rutherford N.J., während des „Fight Hunger Benefiz“ kein anderer als Clarence „Big Man“ Clemons auf die Bühne kam und mit Bruce und Roy „10th Avenue freeze out“ und „Born to run“ zu zelebrieren. Der unbeschreibliche Jubel der aufgebrachten Fangemeinde war grenzenlos und lies die Mauern der Arena erzittern. Doch die Jahre danach wurden still um den einstigen Boss.

Roy Bittan jedoch stieg wieder als Produzent und Sessions-Musiker bei renommierten Bands ein. 1995 traf sich die E Street Band zur „Greatest Hits“ Album-Session. Der Ruf der treuen Fangemeinde nach einer Reunion wurde immer lauter. Doch die Band spielte nur ein paar Club-Gigs um das Album zu promoten. Der einzige große Auftritt der E Streeter war am 02.September 1995 im Municipal Stadium von Cleveland. Zur Einweihung des neuen „Hall of Fame Museums“ kamen 65.000 Zuschauer ins Stadion. Legendär an diesem Tag war der gemeinsame Auftritt der E Street Band mit den Rocklegenden Chuck Berry, Jerry Lee Lewis und Bob Dylan. Doch nach diesem Auftritt, wurde es wieder still um eine mögliche Reunion.

Am 15. März 1999 wurde die E Street Band in den Rockolymp gehoben und wurde aufgenommen in die „Hall of Fame“. Die anfängliche Laudatio über Bruce Springsteen hielt kein geringerer als Bono, Lead-Sänger der irischen Band U2. Bruce, der sichtlich gerührt gewesen ist, stellte jedes einzelne Bandmitglied vor. Als er bei Roy Bittan angelangt war, sagte er: „He can play anything. He´s always there form me. His emotional generosity and his deep personal support mean a great, great deal for me“.

Und die Band vereinte sich gemeinsam auf der Bühne um ein Rockevangelium zu feiern.
Knapp zwei Monate später, fiel der Startschuss der Reunion-Tour in der Palau Sant Jordi Arena zu Barcelona vor 21.800 enthusiastischen Fans. Es war eine Tour de Force und die E Street Band war in aller Munde. Ausverkaufte Shows überall. Die Arenen und Stadien der Welt erzitterten vor dem brachialen Sound der E Street Band. Die Band sprühte vor unglaublicher Spiellaune und lies alt bekannte Gassenhauer, in neuem Glanz erstrahlen.

Fantastisch immer wieder, Roy Bittans-Intro zu „Jungleland“ und das überragende „Meeting across the river“. Highlight der grandiosen Reunion-Tour waren die letzten 10 ausverkauften Konzerte, im legendären Madison Square Garden von New York im Jahr 2000. Während der letzten Show erklang der Song „Blood Brothers“ und alle Bandmitglieder standen am Bühnenrand, hielten sich an den Händen und Bruce sang mit sichtlichen Tränen in den Augen den Song. Aber nicht nur der Boss war emotional ergriffen von dem vergangenen Jahr. Die Band scheute sich nicht ihre Tränen dem Publikum zu zeigen.

Das Jahr 2000 war „Das“ Jahr der E Street Band und ihrem Boss. Nach den obligatorischen „Holiday Shows“ 2001 in New Jersey, ging die Band mit „The Rising“ 2002 auf Tour. Der Anschlag auf die World Trade Center in New York wurde in 4-Minuten Songs so emotional verarbeitet, das Bruce und die Band ein Grammy für das beste Rockalbum des Jahres gewann. Die Tour übertraf die Reunion um Längen. Und die 10 (!!!) ausverkauften Shows im Giants Stadium, East Rutherford New Jersey, waren in Rekordzeit restlos ausverkauft. Noch nie zuvor hatte ein Rockstar, geschweige eine Band, eine Konzertserie in den Ausmaßen in New Jerseys „Wohnzimmer“ gegeben.

Die unermüdliche Bühnenpräsenz der E Street Band ging 2004 weiter. Der Boss rief mit seinen Mannen zur „Vote for Change“ auf. Doch leider waren die Bemühungen vergebens als es um einen Regierungswechsel in den U.S.A. ging. Zwischen den Jahren 2005 und 2007, schaffte Roy Bittan erneut für andere namhafte Bands als Sessions-Musiker. Mit „Magic“ erschien ein weiteres Album der E Street Band und das Publikum schien immer noch, nach Jahrzehnten wie eine Wand hinter der Band zu stehen.

Der Schicksalsschlag wurde 2008 eingeläutet als Danny „The Phantom“ Federici an Hautkrebs starb. Die ganze Fangemeinde hielt den Atem an und trauerte um ihren Danny. Roy Bittan übernahm teilweise den Part Danny´s so z.B. bei dem Song „Sandy“. Mit Charles Giordano traf ein alt bekannter in die Band ein. Charles ging 2006 mit dem Boss auf Seeger Session Tour und füllte den Platz Federici´s mit großem Respekt aus.

Und wie geht es weiter? Das neue Album „Working on a dream“ steht bereits in dem Startblock und erscheint am 23. Januar 2009. Und die Fangemeinde wird erneut in die Arenen und Stadien strömen wenn es heißt…“Is anybody alive outhere?“

Fazit:

Roy Bittan ist ein Ausnahmekünstler der ganz besonderen Art. Ein Virtuose am Piano und den Keyboard´s. Ein Mann der den Sound der E Street Band wie kein anderer geprägt hat. Ein Mann der bei so vielen Projekten Hand angelegt hat. Wer erinnert sich nicht an das grandiose Pianospiel zu Meat Loaf´s „I will Do anything for love“? Bittan war der Einzige der E Street Band, der den Boss 1992/´93 während der Welttournee begleitet hatte. Er unterstützte Springsteen während des Songschreibens zu „Human Touch“ und „Lucky town“.

Als Danny Federici die Band auf tragischem Weg verlies, ging ein Teil der Band und des E Street Sounds. Ohne Roy Bittan wäre die E Street Band keine E Street Band mehr. Ohne ihn gäbe es kein „Jungleland“ oder „Meeting across the river“. All die grandiosen Minuten in der sein Piano irgendwo in einer Arena oder einem Stadion erklingt, bringen den Glanz eines jeden Fans in die Augen und werden zu unvergessenden Sternstunden.

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