3. Review from German Tramps !!!

Nachdem ich das neue Album gestern 5-mal hintereinander gehört habe, denke ich, es ist Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen.

Die Songs

1. Outlaw Pete

Eine Rockoper ganz im Stil der E Street Band. Episch angelegt und mit 8 Minuten sicherlich ein Wagnis als Eröffnungssong. Doch was Bruce uns da um die Ohren haut, erinnert an die vergangene Zeiten eines „Born to run“ Albums. Man schmeckt förmlich den aufgewirbelten Staub den der Oulaw Pete während seines Ritts aufwirbelt. Und die Mundharmonika a´la „Spiel mir das Lied vom Tod“ darf auch nicht fehlen. Live sicherlich ein Highlight der Tour. Kann mir gut vorstellen, dass Bruce sich mit Steve und Nils ein Gitarrenduell liefern wird. Und wer weis, vielleicht werden aus 8 Minuten dann 12. Bruce at his Best!!!

2. My Lucky Day

Rockiger Song ganz im Stile vergangener Tage eines „Born in the U.S.A.“ Albums. Man könnte meinen, der Song wäre sogar ein Outtake der ´80er Alben des Boss. Schade dass der Big Man nur einen kurzen Auftritt hat am Sax. Dennoch wird dieser Song als Opener das Stadion rocken. Klasse Rocksong!!!

3. Working on a dream

Für viele die Obama-Hymne. Für mich ein richtig guter Song mit Ohrwurmcharakter. Ich sehe uns Fans schon bei den Konzerten „Flöten“, wenn Bruce sein „Solo“ gibt. Klasse Song, bei dem der Klang der früheren E Street Band durchkommt. Das Glockenspiel und das Sax erinnern an die ´80er E Street Band. Toller Song !!!

4. Queen of the supermarket

Dieser Song schaffte es im Vorfeld für heftige Diskussionen. „Was verbirgt sich hinter diesem Lied?“ dachten bestimmt 99,9 % aller Springsteen Fans. Obwohl diesen Song noch keiner gehört hatte, wurde er bei vielen Fans schlecht gemacht. Für mich ein Lied, was völlig zu Unrecht durch den Kakao gezogen wurde. Mir gefällt der Pianoeinstieg sehr gut. Und erneut wird man an den ´80er Bruce erinnert. Hätte auch ein Outtake von „The River“ sein können, den man auf „Tracks“ wieder findet. Bruce Stimme zeigt sich mal wieder sehr vielseitig.

5. What love can do

Hört sich beim ersten Mal etwas gewöhnungsbedürftig an, doch nach dem 3-mal gefällt es einem. Mal sehen was die E Street Band live daraus machen wird. Für ich kein großer Wurf, aber dennoch kann man sich den Song auch mehrmals anhören.

6. This life

Tja und nun kommen wir zu einem Lied, bei dem sich mir die Nackenhaare sträubten. Sicherlich muß es nicht immer der Hymnische E Street Band Sound sein, aber was der Boss sich dabei gedacht hat, wird er wohl nur selber wissen. Die Stimme Springsteens klingt etwas zu weit weg und im Vordergrund stehen eher musikalischer Schnickschnack. Für mich der schlechteste Song des gesamten Albums !!!

7. Good eye

Nach dem groovigen „Reason to believe“während der „Magic Tour 2007/2008 und dem Helloween-Kracher „A Night with the Jersey Devil“, erfreut es einem doch um so mehr, das „Good eye“ richtig cool rüberkommt. Schön das Bruce Stimme nicht ganz so verzerrt ist. Wird live garantiert ordentlich rocken!!! Yeaaaah!!!

8. Tomorrow never knows

Als ich diesen Song zum ersten Mal hörte, zog gleich parallelen zu der Countryversion von „No Surrender“, die während der „Reunion Tour“ 1999/2000 des öfteren gespielt wurde. Live wird der Song das Set etwas auffrischen. Und ich kann mir hierbei gut vorstellen, dass Nils Lofgren an der Pedal-Steel-Guitar sitzen wird!!!

9. Life itself

Sehr schöner Text und Melodie. Bruce driftet ins melancholische ab, ohne seinen Widererkennungswert zu verlieren. Sehr schöner Einsatz auch das Gitarrensolo. Und genau dieser Song (wie viele andere auch vom Boss) schafft es, dass man sich selber in ihm widererkennt. Ein Lied aus dem Leben geschrieben und der vor allem nachdenklich macht. Einfach nur schön!!!

10. Kingdom of days

Sofort als Bruce Stimme in den Song griff, zog ich parallelen zu „Your own worst enemy“ vom „Magic“ Album. Anfangs noch ruhig im sachten Midtempo, nimmt er zur Mitte des Songs etwas an Fahrt auf und Bruce zelebriert ein tolles Gitarrensolo. Ich finde ihn jedoch etwas besser als „What love can do“.

11. Surprise, Surprise

Dieser Song ist wirklich eine „Surprise“ (Überraschung). Klingt an längst vergangene Zeiten der ´60 er Jahre mit den „Beach Boys“. Sicherlich vom Text her kein großer Wurf, aber genau das will er auch nicht sein. Hier heißt es Partystimmung a´la „Girls in their summer clothes“. Für die einen klingt er zu poppig, für die anderen ist er ein „Gute-Laune-Part-Song“. Mal sehen wie er live rüberkommen wird.

12. The last carnival

Das Danny Federici Tribute der E Street Band. Puh, bei dem vorletzten Song musste ich am Ende erstmal tief durchatmen. Bruce geht weit, weit, weit zurück in die Zeit, in der er „The wild, the innocent and the e street shuffle“ produziert hatte. Mit „The last carnival“, gibt der Boss ein trauriges Ende des kultigen „Wild Billy´s circus story“. Wundervoll gespielt, mit einem traurigen Text und vor allem Hintergrund: Unser „Phantom“ Dan Federici. Sehr schön ist es, das Jason Federici (Sohn von Danny) den Part des Akkordeons übernimmt. Man kann diesen Song auch mit einem anderen Auge sehen. Ist das der „Last Carnival“ der E Street Band? Sundown sundown.

13. The Wrestler

„Golden Globe“ Gewinner, hoher Widererkennungswert, grandioser Text, melancholischer Sound, habe ich etwas vergessen? Was soll man noch zu diesem wunderschönen Lied sagen? Bruce wie wir ihn kennen und lieben. Ich hoffe nur, das die Band ihn live spielen wird. Und wer weis, vielleicht machen sie ja daraus eine Fullband-Version. Schön wäre e ja!!!

Der Sound

Mir gefällt der Sound bei weitem besser als der von „The Rising“ oder „Magic“. Endlich hört man mal wieder die einzelnen Instrumente der Musiker. Kein breiiges Geplänkel wie auf „Magic“. Obwohl etwas weniger Bombast wäre ratsamer.

Die DVD

40 Minuten im Studioleben der E Street Band!!! Sicherlich kann man in 40 Minuten nicht alles einfangen, was während der Session passiert ist. Dennoch gefällt mir die Dokumentation sehr gut. Es gab aber auch einen traurigen Moment…“The Last Carnival“. Das Danny Federici zu sehen ist, kann einem schon das Herz brechen. Nicht nur das Gesicht des „Phantoms“ brachte Traurigkeit in mir, vielmehr das der E Street Band Mitglieder. Als Bruce am Ende der Aufnahmen aus dem Studio ging und jeder einzelne der Band in Nahaufnahme zu sehen war, sagte ich mir: „Klar sind die wegen Danny sehr traurig. Aber ist da vielleicht der Gedanke im Spiel, das es das letzte Album der E Street Band ist? Und vielleicht die letzte Tour der wohl genialsten Rockband des Universums?“

Die Albumaufmachung

Wieder einmal ein Pappschuber, das leicht einreißen kann, wenn man das Album oder die DVD herausnimmt. Ansonsten finde ich, kann man an der Aufmachung nichts bemängeln. Das Album-Cover erinnert an Andy Warhole. Ist aber viel besser als das verwaschene Cover von „The Rising“ oder „The ghost of Tom Joad“. Das Danny Federici mit im Booklet ist und Bruce ein Tribute schrieb, war logisch. Mir gefällt es sehr gut, dass Danny eine Seite vor der E Street Band abgebildet ist, Daran kann man erkennen, welchen Stellenwert er in der Band hatte. Sehr schönes Layout!!!

Fazit

1.)„Working on a dream“ vs. „Born to run“

Ich denke mal dass der Vergleich des „Rolling Stone“ viel zu hoch gegriffen ist. „Born to run“ ist ein Meilenstein der Rockmusik. Zudem wurde der Song vor ein paar Jahren als „Bester Rocksong aller Zeiten“ gewählt. „Thunder Road“, „Born to run“, „Jungleland“, „Backstreets“, „Meeting across the river“ sind Klassiker eines jeden Konzertes. Einen direkten Vergleich mit diesem Meisterwerk ist nicht möglich. Jedoch würde das epische „Outlaw Pete“ gut in Reihe der genanten Songs passen

2.)„Working on a dream“ vs. „The Rising“

Einen Vergleich mit dem fulminaten Machwerk „The Rising“ wäre auch etwas zu hoch gegriffen. Immerhin verarbeitet der Boss den Anschlag am 11. September auf die World Trade Center. Und daher ist „The Rising“ ein grandioses Konzeptalbum, was die Trauer einer ganzen Nation in 4 Minuetn Songs verarbeitet.

3. „Working on a dream“ vs. „Magic“

Für viele ist es das „Magic 2″. Aber was sind schon Outtakes? Darf man eigentlich so hart ins Gericht gehen? Wir Fans dürfen nicht vergessen, dass der bekannteste Song Springsteens „Born in the U.S.A.“ ein Outtake ist. Es hieß früher „Vietnam“ und sollte für das Album „Nebraska“ aufgenommen werden. Mag sein das ein paar Lieder während der Magic-Session aufgenommen wurden, aber ich denke das „WOAD“ ein Album ist, was die Band uns gewidmet hat, aufgrund der überragenden „Magic“-Tour 2007/2008. Keine Live-CD, keine Live-DVD, dafür ein neues Album und eine neue Welttournee.

4. Was sagt uns das Album am Ende?

Mir gefällt das neue Album sehr gut!!! Allein „Outlaw Pete“ haut einem vom Hocker. Bruce versprach uns ein Pop-Album und sein Versprechen hat er gehalten. Mit angehenden 60 Jahren ist er längst kein altes Eisen. Live gehört er und die E Street band zu den Besten der Welt. Und auch diesmal werden die zwei Konzerte in München und Frankfurt ausverkauft sein. Der Boss braucht sich nicht mehr zu beweisen, er kann poppig klingen, mal rockig, mal melancholisch. Für mich hat er ein Album abgeliefert, was ALLES beinhaltet was die E Street Band ausmacht. Alle Dekaden ihrer Musikkarriere werden berücksichtigt. Es muß nicht immer ein Konzeptalbum sein wie „The Rising“. Dass die Band die Spielfreude aus den Stadien und Arenen mit ins Studio nahm, hört man in jeder Hinsicht. Ich vermisse den Big Man sehr, denn für mich ist er neben Bruce mein Bandliebling. Tolles Album!!!

5. Das letzte Album und Tour der E Street Band?

Meines Erachtens…JA!!! Schon während der Tour 2007/2008 sah man das Clarence Clemons gesundheitlich sehr angeschlagen ist. Zudem hatte Nils Lofgren zwei Hüftoperationen und die „Drum-Machine“ Max Weinberg sieht auch sehr angeschlagen aus. Für mich ist es die definitiv letzte Tour der Band, und sie möchte sich bei uns allen bedanken, dass wir all unsere Hoffnung und Liebe in jedem Konzert gebracht haben. Wenn am 03. Juli 2009 in der Commerzbank Arena Frankfurt, die Band am Bühnenrand steht und 50.000 Fans ihnen zujubeln, werde ich eine dicke Träne in den Augen haben. Ich freue mich dabei sein zu dürfen, denn wer bekommt keine Gänsehaut sobald der Boss die Bühne betritt und Tausende im zu rufen „Bruuuuuce Bruuuce Bruuuuce“. Dann heißt es „One..two..one, two, three, four“ und in diesem Moment werde ich mitgenommen, denn wir alle haben unser Ticket gelöst in das Land of hope and dreams. All my love to the hard rocking, pants dropping, love making, viagra taking, history making, legendary E STREET BAND 😀

(Autor: Thorsten from German Tramps)

2 Kommentare

  1. Warum so pessimistisch? Die letzte Tour und das letzte Album mit der E-Street-Band?
    Im Laufe der Magic-Tour war schon zu hören, dass dies definitiv die letzte Tournee mit der E-Street-Band sein sollte; und siehe da, schon ist ein neues Album und eine neue Tour da. Also, was die gesundheitlichen Probleme der Musiker angeht, das ist bestimmt kein Anhaltspunkt. Keith Richards sieht seit 20 Jahren so aus, als würde er die laufende Tour schon nicht mehr überleben………………und auch Dave Edmunds tourt noch, trotz seiner dreifachen Bypass-OP 2001. Das ist halt das Musikerleben……., da gibt es keinen Ruhestand!

  2. YEAH! 😉


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